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Paartherapie - Paarberatung

Nahe Beziehungen aktualisieren positive wie negative Bindungserfahrungen, die häufig in der frühen Kindheit gemacht wurden. Diese prägenden Bindungserfahrungen, speziell der ersten Lebensjahre, spielen sich sehr stark auf einer körperlichen Ebene ab und werden auch später in Form von Körperempfindungen erinnert, die dann schwer zu kontrollieren sind und in der Beziehung ausagiert werden. Es sind gerade nahestehende Menschen und intime Beziehungen, die grundlegende Beziehungs­erfahrungen aktivieren können. Das ist in vielen Paarbeziehungen ein Problem, da sich die Bindungsmuster vieler Paare sich oft dysfunktional ergänzen. Beide Partner können wechselseitig die Bindungsmuster Muster des bzw. der anderen auslösen. Oft scheint dies geradezu die Grundlage der Beziehung zu sein, einer Beziehung, die zwar leidvoll erlebt wird, bei der aber die Angst vor einer Trennung überwiegt. Diese überwältigende Angst sorgt immer wieder dafür, sich entweder nicht zu trennen oder sich nach kurzer Trennung rasch wieder zu versöhnen. Harmlos scheinende Situationen entwickeln sich in vielen dieser Beziehungen blitzschnell zu emotionsgeladenen Krisen, welche die Paare in ihrer destruktiven Dynamik dann überfordern.

Es liegt aber auch eine Chance in dieser Dynamik, wenn es Paaren gelingt, mit ihren Mustern zu arbeiten. Es sind gerade nahestehende Menschen, die Muster, die durch Verwundungen entstanden sind, verändern können. Es besteht in Partnerschaften die Möglichkeit einer neuen Beziehungserfahrung. Dafür ist es aber erforderlich, dass beide Partner lernen, die eigenen wie auch die Muster des anderen zu erkennen und sowohl sich selbst regulieren zu lernen, als auch für das Gegenüber in Sinne einer Co-Regulation verfügbar zu sein.

Die Psychoedukation  über Bindung und defensive Reaktionsmuster ist von großer Bedeutung. Die Partner müssen sich und den anderen jenseits von sichtbaren Verhaltensmustern auf der Ebene von Bindungsdynamik verstehen.