Was mir in der Psychotherapie, Gestalttherapie und Traumatherapie wichtig ist
Der Gestaltansatz kann weniger als ein psychotherapeutisches Lehrgebäude denn mehr als eine Haltung zur Psychotherapie verstanden werden.
Gestalttherapie, die auf Haltung aufbaut, stellt den Menschen in seiner jeweiligen Situation, und nicht eine von der Lebenswirklichkeit losgelöste Theorie in den Mittelpunkt. Die Haltung zum Menschen bestimmt die Wirkung einer Intervention, nicht das theoriegestützte Lehrgebäude. Haltung bestimmt die Anwendung von Methoden, sodass es keine spezifischen gestalttherapeutischen Methoden gibt, sondern nur Methoden, die vor dem Hintergrund einer gestalttherapeutischen Haltung Anwendung finden. Die Haltung wird handlungsleitend den theoretischen Annahmen übergeordnet. Psychotherapeutisches Handeln über eine Praxis der Haltung und nicht über eine der Methoden und Lehrsätze zu definieren, war die Herangehensweise von Lore Perls. Dieser Ansatz macht das hier vertretene Verständnis von Gestalttherapie im Kern aus und unterscheidet sie grundsätzlich von anderen Therapieformen.
Die gestalttherapeutische Haltung ist humanistisch, dialogisch, phänomenologisch und existentiell.
Genauso wenig, wie sich die Wirkung einer Symphonie aus den Noten erklären lässt, aus denen Sie besteht, genauso wenig können wir unser Erleben und unsere Gestalten aus einzelnen Perspektiven erklären. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und es ist dieses schwer fassbare Ganze im Lebensvollzug, das uns als Menschen in unserer Existenz und unserem Erleben ausmacht.
Gestalttherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Psychotherapieverfahren.
Trauma ist in dem hier zugrunde liegenden Verständnis in großem Maße eine Schwierigkeit der Affektregulation, ausgelöst durch bedrohliche und lebensbedrohlich empfundene Ereignisse in der Biografie von Betroffenen. Diese Sichtweise erweitert die medizinische Definition von Trauma. Trauma in dem hier dargestellten Verständnis wird zur Ätiologie vieler psychiatrischer Diagnosen. Das schließt dann auch Themenstellungen ein, die sonst nicht von der medizinischen Diagnostik erfasst werden, weil sie nicht diagnostischen Kriterien entsprechen. Trauma wird hier im Wortsinn als Verletzung verstanden. Die Größe der Verletzung wird primär durch das Empfinden der Betroffenen bestimmt und nur sekundär durch objektivierbare Kriterien. Damit ist das was unter einem Trauma verstanden wird keinesfalls beliebig. Trauma wird durch das Maß der individuellen Verletzlichkeit bestimmt und die immer noch unterschätzten physiologischen Folgen seelischer Verletzungen geraten in den Fokus.
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