GestaltWerk

Psychotherapie- Gestalttherapie - Traumatherapie

Traumatherapie

Trauma ist in dem hier zugrunde liegenden Verständnis in großem Maße eine Schwierigkeit der Affektregulation, ausgelöst durch bedrohliche und lebensbedrohlich empfundene Ereignisse in der Biografie von Betroffenen. Diese Sichtweise erweitert die medizinische Definition von Trauma. Trauma in dem hier dargestellten Verständnis wird zur Ätiologie vieler psychiatrischer Diagnosen. Das schließt dann auch Themenstellungen ein, die sonst nicht von der medizinischen Diagnostik erfasst werden, weil sie nicht diagnostischen Kriterien entsprechen. Trauma wird hier im Wortsinn als Verletzung verstanden. Die Größe der Verletzung wird primär durch das Empfinden der Betroffenen bestimmt und nur sekundär durch objektivierbare Kriterien. Damit ist das was unter einem Trauma verstanden wird keinesfalls beliebig. Trauma wird durch das Maß der individuellen Verletzlichkeit bestimmt und die immer noch unterschätzten physiologischen Folgen seelischer Verletzungen geraten in den Fokus.

Der hier vorgestellte Ansatz verfolgt das Ziel einen dysregulierten Organismus wieder zu regulieren, um so die Grundlage für die gestalttherapeutische Integration traumatischer Inhalte zu schaffen. Dieser Vorgehensweise liegt die Vorstellung zu Grunde, dass Integration nur in organismisch regulierten Zuständen möglich ist und die Arbeit an traumatischen Themen mit der Regulation des autonomen Nervensystem beginnen sollte.

Die Ursachen für Traumatisierungen sind vielfältig. Frühe Geburt und Krankenhausaufenthalte, körperlicher wie seelischer Missbrauch und Gewalt, Vernachlässigung, Unfälle, sexualisierter Missbrauch, Mobbing, psychische Erkrankungen der Eltern, transgenerationales Traumatisierung, strukturelle Gewalt und vieles andere mehr lassen sich mit Störungen der Affektkontrolle in Zusammenhang bringen.

Aktuelle Forschungen zeigen, dass ein erfolgsversprechender Weg, traumatische Erfahrungen zu integrieren, über Körperarbeit führt: über den leiblichen Weg wird das Abgespaltene, das Erstarrte - sehr dosiert, stützend und langsam - wieder in Bewegung gebracht bzw. somatisch verhandelt. Klassischen Therapieansätzen fehlt oft diese leibliche Dimension sowohl in ihrem Verständnis wie auch in ihrer Methodik. Bei der Bearbeitung von traumatischen Erfahrungen ergänze ich meine gestalttherapeutische Ausrichtung mit somatisch fundierten Traumatherapien wie Somatic Experiencing, Sensomotorics oder dem Save & Sound Protocol. Das theoretische Fundament meiner Arbeit am Trauma ist die Polyvagaltheorie.